Sohn eines Unternehmers auf Abwegen

Italienische Lösung

Wenn die Söhne dominanter Unternehmer dazu gedrängt werden, die Nachfolge des “Alten” an der Firmenspitze anzutreten, geht das in nicht allzu vielen Fällen gut. In “Das dunkle Geld” wird eine solche Geschichte facettenreich, unterhaltsam und größtenteils plausibel erzählt. Der Sohn eines italienischen Medienunternehmers will dem Vater, der sich zur Ruhe gesetzt hat, beweisen, dass er den Konzern genauso gut führen kann. Nur anfangs stimmen die Zahlen. Um später dennoch die altbekannten Renditen abzuliefern, lässt sich der Sohn von einer – nicht nur fachlich – versierten Steuerberaterin zu einem riskanten Umbau des Konzerns und zu einem noch riskanteren Immobiliengeschäft auf Zypern verführen.

Mit der reichlich steuern sparenden Neukonstruktion könnte der Konzern renditemäßig wieder besser dastehen. Und mit dem Immobiliendeal würde der Sohn für sein unternehmerisches Geschick bewundert, glaubt er. Der Vater schöpft Verdacht und beauftragt einen Privat Detektiv, Nachforschungen anzustellen. Der Detektiv bringt nicht nur Licht in die jüngsten Vorgänge, sondern auch in die Vergangenheit des Vaters.
Im Folgenden hat der Unternehmersohn deutlich mehr Glück als Verstand. Und am Schluss der Geschichte findet sich für ein weiteres Problem eine geradezu italienische Lösung, die allerdings hart am Klischee vorbeischrammt.

Titel: Das dunkle Geld  /  Autor: Cantele  /  Verlag: molden Verlag  /  Erschienen: 2012  /  176 Seiten  /  19,99 €